zwissTEX  |  News vom 27. März 2018

Interview Marc Lorch: Hightech-Fasern, Zukunftsmärkte und die Leidenschaft Textil

Bei „High-Tex from Germany“ präsentieren sich im Mai Unternehmen der deutschen Textilindustrie, des Textilmaschinenbaus und der Bekleidungstechnik auf der Techtextil North America in den USA, die gemeinsam mit der Texprocess Americas ausgetragen wird. Marc Lorch, Vorstand der Zwissler Holding AG, vertritt die Unternehmen als Ausstellerpräsident. Wir haben mit ihm über Hightech-Fasern, Zukunftsmärkte und die Leidenschaft Textil gesprochen.

Herr Lorch, als Ausstellerpräsident sprechen Sie in Atlanta für die insgesamt 66 Unternehmen bei der Branchenleistungsschau „High-Tex from Germany“. Welche Aufgaben haben Sie als Ausstellerpräsident?

Erst einmal freue ich mich sehr, dass sich unsere Industrie mit der gemeinsamen Ausstellungsfläche in den USA so präsent darstellen kann. Der German Pavilion ist für uns Mittelständler eine ideale Plattform, um sich dem amerikanischen Markt zu präsentieren. Die Branchenleistungsschau bietet neben den Messeständen der einzelnen Unternehmen auch ein spannendes Rahmenprogramm für Besucher und Aussteller, u. a. mit der Eröffnungspressekonferenz und dem Empfang in der deutschen Vertretung. Hier kommt der Ausstellerpräsident ins Spiel und stellt die Anliegen der Unternehmen vor.

„Made in Germany“ ist das weltweit stärkste Qualitätslabel für Waren und Dienstleistungen. Mit welchen drei Eigenschaften würden Sie amerikanischen Geschäftspartnern textile Produkte „Made in Germany“ beschreiben?

Technische Textilien sind schon heute ein hoch zukunftsweisender Werkstoff in vielen Anwendungsgebieten und deutsche Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie. Im Bereich technischer Textilien ist Deutschland Weltmarktführer. Textilmaschinen und textilverarbeitende Maschinen sind hoch innovativ. Mit ihren Entwicklungen sind die Unternehmen Vorreiter. Hinzu kommt, dass moderne Anlagen und innovative Produkte zu mehr Nachhaltigkeit beitragen.

Welche Bedeutung haben die USA und der amerikanische Markt für Unternehmen der deutschen Textilindustrie, des Textilmaschinenbaus und der Bekleidungstechnik?

Die USA sind für unsere Unternehmen seit Jahren einer der wichtigsten Export- und Absatzmärkte. Waren „Made in Germany“ sind in den USA beliebt.

Sie sind sozusagen mit jeder Faser Textiler. Sie haben Ihren beruflichen Werdegang im familieneigenen Betrieb begonnen. Was fasziniert Sie persönlich am Werkstoff Textil?

Mich persönlich fasziniert vor allem, wie vielfältig textile Produkte sind. Für viele bedeutet Textil in erster Linie Bekleidung. Aber Textil ist natürlich noch viel mehr: kein Flugzeug fliegt, kein Auto bewegt sich ohne Textil in Sitzen, Motoren oder tragenden Teilen. Auch Medizin, Bau- und Geotechnik sind ohne Textilien längst nicht mehr vorstellbar. Und die hohe Forschungsintensität im Bereich Textil wird uns weiterhin zu den innovativsten Branchen gehören lassen.

Was hat sich Ihrer Meinung nach seit Ihrem Berufseinstieg in der Textilbranche am stärksten verändert und was erwartet die Branche zukünftig?

Der Automatisierungsgrad hat sich in vielen Bereichen stark erhöht. Mit den Möglichkeiten der Digitalisierung wird sich dies weiter fortsetzen. Hier wird es darauf ankommen, Stärken von Mensch und Technik optimal zu nutzen, um mehr Effizienz und Produktivität zu erlangen.

Welchen Tipp können Sie jungen Menschen mit auf den Weg geben, die sich für eine Laufbahn im Bereich der Textilien interessieren?

Eine Berufsausbildung ist eine sehr gute Grundlage. Unsere Branche ist zukunftsweisend und hat eine Vielzahl spannender Ausbildungsberufe zu bieten. Es gibt umfangreiche Weiterbildungs- und Aufstiegschancen. Wir brauchen Menschen mit Interesse und Motivation, die theoretisches Wissen praktisch umsetzen und die Qualität „Made in Germany“ sichern.

„High-Tex from Germany“: Leistungsschau für Hightech-Textilien aus Deutschland

Mit der Branchenleistungsshow „High-Tex from Germany“ präsentieren sich Unternehmen der deutschen Textilindustrie, des deutschen Textilmaschinenbaus sowie der deutschen Bekleidungstechnik vom 22. bis 24. Mai 2018 in Atlanta. Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Kooperation mit dem Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) veranstaltete Leistungsschau wird im Rahmen der Fachmessen Techtextil North America und Texprocess Americasdurchgeführt, die alle zwei Jahre im Georgia World Congress Center in Atlanta stattfinden. Initiatoren der Leistungsshow sind der Gesamtverband textil+mode, der VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies und VDMA Textilmaschinen. Die Messe Frankfurt, als weltgrößter Anbieter von Textilmessen, ist vom Bundeswirtschaftsministerium mit der Durchführung beauftragt.